PRESSEMELDUNG

Deutscher Pflegerat e.V. (DPR)

Bundesarbeitsgemeinschaft Pflege- und Hebammenwesen:

 

Berlin (31. Juli 2017, Nr. 27/2017) 

 

Deutscher Pflegerat: „Weiterhin bedrohliche Personalsituation der Pflege im Krankenhaus“ 

Deutscher Pflegerat widerspricht Bewertung des DKI-Gutachtens zur Intensivpflege

 

„Die Einführung von Pflegepersonaluntergrenzen in den pflegesensitiven Bereichen unserer Krankenhäuser ist ein entscheidender Schritt für die Sicherung des allgemeinen Pflegebedarfs. Damit muss sich auch die Deutsche Krankenhausgesellschaft endlich ihrer Verantwortung für eine ausreichende und zugleich hoch qualifizierte Personalbesetzung in der Pflege stellen“, mahnte Andreas Westerfellhaus, Präsident des Deutschen Pflegerats e. V. (DPR), heute in Berlin.

 

Mittelfristig fordert Westerfellhaus die Festlegung einer Personalmindestbesetzung für die Pflege in allen Krankenhausbereichen, die dennoch deren notwendige personelle Flexibilität gewährleistet. „Ein Plädoyer für mehr Personal in der Pflege hilft uns nicht weiter. Dass hat uns die Vergangenheit deutlich gezeigt. Hier benötigt es Fakten, die der Gesetzgeber zu Recht geschaffen hat und die es jetzt gilt, zügig umzusetzen.“

 

Anlässlich der Vorstellung und Bewertung des Gutachtens „Personalsituation in der Intensivpflege und Intensivmedizin“ des Deutschen Krankenhausinstituts (DKI) sagte Westerfellhaus weiter:

 

„Die pflegerische Versorgung der Patienten in der Intensivpflege ist vielleicht objektiv gut, wie die Deutsche Krankenhausgesellschaft mitteilt, faktisch reibt man sich jedoch verwundert die Augen. Nach wie vor fehlen in unseren Krankenhäusern zehntausende Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Pflege. Zahlreiche aktuelle Studien zeigen, mit welchen enormen und stetig steigenden Arbeitsbelastungen die professionell Pflegenden umzugehen haben. Die Folgen sind enormer Stress sowie körperliche und psychische Belastungen bis hin zur Flucht aus dem Beruf. Die Personalsituation der Pflege im Krankenhaus ist weiterhin bedrohlich.

 

Allein vor diesem Hintergrund sind die im DKI-Gutachten genannten Hinweise auf eine verbesserte pflegerische Versorgung in der Intensivpflege allenfalls als Schritt dahingehend zu werten, dass sich eine schlechte Situation etwas verbessert hat, mehr jedoch nicht. Die Zeit des Schönredens und Beschwichtigens muss endgültig vorbei sein", so Westerfellhaus.

 

Ansprechpartner:

Andreas Westerfellhaus
Präsident des Deutschen Pflegerats

 

Deutscher Pflegerat e.V. (DPR)

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