PRESSEMELDUNG

Deutscher Pflegerat e.V. (DPR)

Bundesarbeitsgemeinschaft Pflege- und Hebammenwesen:

 

Berlin (14. November 2017, Nr. 40/2017)

 

Deutscher Pflegerat fordert eine präzise Koalitionsvereinbarung zur Entlastung und Weiterentwicklung der Profession Pflege

Franz Wagner: „Die professionell Pflegenden brauchen mehr als deutliche Zeichen dafür, dass es eine Zukunft für sie gibt“

 

„Der Deutsche Pflegerat fordert die Partner der Sondierungsgespräche für eine mögliche Jamaika-Koalition auf Bundesebene dazu auf, das Thema „Entlastung der Profession Pflege und Sicherung der Leistungserbringung im Pflege- und Gesundheitsbereich“ umfassend und vor allem präzise in der angestrebten Koalitionsvereinbarung zu regeln“, betonte Franz Wagner, Präsident des Deutschen Pflegerats e. V. (DPR), heute in Berlin.

 

„Ziel des künftigen Koalitionsvertrags muss es sein, dass ohne langwierigen Klärungs- oder Interpretationsbedarf direkt ins konkrete Handeln übergegangen werden kann. Angesichts der bereits bestehenden Pflegenot darf es keine Zeitverzögerungen mehr geben. Die seit langem überfälligen, notwendigen Reformen für die professionell Pflegenden müssen endlich angegangen und konsequent umgesetzt werden“, machte Wagner deutlich. „Die professionell Pflegenden brauchen mehr als deutliche Zeichen dafür, dass es eine Zukunft für sie gibt. Die Pflege ist ein wunderbarer Beruf, aber die professionell Pflegenden können nicht mehr, da für sie die Arbeitsbelastung stetig gestiegen ist. Deshalb haben bereits viele von ihnen den Pflegeberuf aufgegeben.“

 

Wagner weiter: „Der gestern vom Deutschen Institut für angewandte Pflegeforschung e. V. (DIP) vorgelegte „Masterplan Pflege für Deutschland“ setzt mit seinen Forderungen zur Verankerung im Koalitionsvertrag nach „einer Erhöhung um 100.000 Pflegestellen, von bis zu 30 Prozent mehr Entlohnung für die professionell Pflegenden sowie nach mehr Finanzmittel für Forschung, Innovationen und hochschulischer Pflegeausbildung“ an den richtigen Stellen an. Das sind die Handlungsfelder, auf die der Deutsche Pflegerat die Politik seit langem eindringlich hinweist.

 

Drei wesentliche Baustellen müssen in den nächsten vier Jahren geschlossen werden: Erstens, eine spürbare, deutliche Verbesserung der Personalausstattung in den Krankenhäusern und ambulanten sowie stationären Pflegeeinrichtungen. Zweitens, eine gerechtere und angemessene Entlohnung bundesweit und in allen Versorgungssektoren. Durch die hohe Teilzeitquote und aufgrund unterdurchschnittlicher Gehälter in einigen Bereichen besteht ein Armutsrisiko auch für professionell Pflegende. Drittens, die Verbesserung der Arbeitsbedingungen, einschließlich eines umfassenden Gesundheitsmanagements für die Beschäftigten.

 

Darüber hinaus muss die Pflege- und Gesundheitsforschung wesentlich stärker als bisher gefördert werden. Wir brauchen Lösungen dazu, wie auf der einen Seite Pflegebedürftigkeit möglichst lang verzögert werden kann. Das senkt den zu leistenden Pflegebedarf. Zum anderen brauchen wir Antworten darauf, wie eine bestmögliche Unterstützung der professionell Pflegenden bei ihrer Arbeit möglich ist, bis hin zu einem neuen Qualifikationsmix“.

 

Zur Frage der Finanzierung machte Wagner deutlich: „Dringend notwendige Verbesserungen der Pflege dürfen nicht allein den Pflegebedürftigen oder ihren Angehörigen finanziell aufgebürdet werden. Die Pflege ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Die Kosten für mehr Personal, eine bessere Entlohnung sowie mehr Forschung müssen umfassend bereitgestellt werden. Die Pflege braucht grundlegende strukturelle Reformen. Und die kosten nun einmal Geld, schwarze Null hin oder her“.

 

Ansprechpartner:

Franz Wagner
Präsident des Deutschen Pflegerats

 

Berlin (11. Oktober 2017, Nr. 37/2017) 

 

Agenda-Konferenz des Tagesspiegel: DPR-Vizepräsidentin Irene Maier fordert Politik zum Handeln in allen Bereichen der Pflege auf

Das Thema Pflege muss in den Koalitionsverhandlungen mit höchster Priorität behandelt werden

 

Auf der vierten „Agenda“-Konferenz des „Tagesspiegel“ (10. Oktober 2017) hat die Vizepräsidentin des Deutschen Pflegerats, Irene Maier, deutlich gemacht, dass die im Krankenhausbereich, bei den Hebammen sowie in der Altenpflege und Kinderkrankenpflege vorherrschenden Themen „Pflegenotstand, Kostendruck und Personalmangel“ auf der Bundesebene Dauerthemen der künftigen Regierungspartner sein müssen.

 

„Das Thema Pflege und der bereits heute in allen Bereichen der Pflege vorliegende Personalmangel müssen in den Koalitionsverhandlungen mit höchster Priorität behandelt werden. Wir benötigen Taten statt Worte und Versprechungen. Das erwarten wir von der künftigen Bundesregierung“, sagte Maier vor rund 200 Gästen. „Auf den Weg gebracht werde müssen bessere Rahmenbedingungen für die Pflegeberufe, damit der Beruf wieder attraktiver wird. Zudem müssen in einigen Krankenhausbereichen, etwa in der Intensivmedizin, Personalschlüssel für die Pflege festgelegt werden. Es kann nicht sein, dass sich ein Intensivpfleger bei uns um vier Patienten kümmern muss, in anderen europäischen Ländern dagegen nur um zwei“, mahnte Maier weiter. Auch bei der Qualität der Ausbildung sieht sie Deutschland im Hintertreffen.

 

Aus Sicht des Deutschen Pflegerats muss die künftige Regierung vor allem für drei Themenbereiche Lösungen vorlegen und die Verantwortung für die Umsetzung übernehmen. DPR-Vizepräsidentin Irene Maier sagte hierzu auf der „Agenda“-Konferenz:

 

„Die professionell Pflegenden in Deutschland brauchen erstens schnellstmöglich eine sachgerechte Personalbemessung, die Umsetzung der Bildungsreform und Pflegeberufereform in der Pflege sowie eine Weiterentwicklung der Pflege im Kontext eines neuen Aufgabenzuschnitts der Gesundheitsberufe.

 

Zweitens braucht die Pflege in Deutschland wirksame Mittel gegen den Fachkräftemangel. Das sind bessere Arbeitsbedingungen, mehr Eigenverantwortung, mehr Mitarbeiter, eine bessere Bezahlung sowie ein besserer Qualifikationsmix.

 

Ergänzend hierzu sind die Verbesserung der Gesundheitskompetenz unserer Gesellschaft, die Sicherung der Nachhaltigkeit der Pflegeleistungen sowie die Qualitätsbemessung der Leistungen unabdingbar.“

 

Weitere Informationen:

Aus Sicht des Deutschen Pflegerats fehlen allein in den deutschen Krankenhäusern aktuell 70.000 Pflegefachpersonen. Laut dem Pflege-Thermometer 2016 des Deutschen Instituts für angewandte Pflegeforschung e.V. (dip) fehlen in der ambulanten Pflege derzeit zwischen 21.000 und 37.000 Pflegefachpersonen in Vollzeit. Weitere Studien zeigen auf, dass dem deutschen Pflegesystem bis zum Jahr 2030 bis zu 400.000 professionell Pflegende fehlen werden. Diese Zahlen sind besorgniserregend und dramatisch. Die Patienten- und Versorgungssicherheit ist akut gefährdet.

 

Ansprechpartnerin:

Irene Maier
Vize-Präsidentin des Deutschen Pflegerats

 

Berlin (13. Oktober 2017, Nr. 38/2017)

 

Koalitionsverhandlungen: Politik muss in allen Bereichen der Pflege mit höchster Priorität handeln

 

Der Deutsche Pflegerat erwartet von der künftigen Bundesregierung ein deutliches Signal und konkrete Vereinbarungen für eine spürbare Verbesserung der Arbeitsbedingungen der Menschen, die in der Pflege im Krankenhausbereich, bei den Hebammen sowie in der Altenpflege und Kinderkrankenpflege arbeiten. Im Vorfeld der anstehenden Koalitionsverhandlungen zu einer neuen Bundesregierung betonte Franz Wagner, Präsident des Deutschen Pflegerats, heute in Berlin:

 

„In der Gesundheitsversorgung und in der Pflege sind die Pflegefachpersonen die am meisten unterschätzte Ressource. Für eine zukunftsfeste und sichere Patientenversorgung sind sie jedoch unabdingbar. Ohne sie ist eine gute Versorgung nicht möglich.

 

Wir nehmen daher die Bundeskanzlerin in die Pflicht, ihre Erkenntnisse und Bekenntnisse vor der Bundestagswahl, für bessere Arbeitsbedingungen und für eine bessere Bezahlung des Pflegepersonals, jetzt in Taten umzusetzen. Die Pflege ist ein so wichtiges Thema, dass sowohl die Pflegebedürftigen als auch die Menschen, die in der Pflege arbeiten, zur Chefinnensache gemacht werden müssen.

 

Das Thema Pflege muss in den Koalitionsverhandlungen mit höchster Priorität behandelt werden. Es ist dringend erforderlich, in einer Gesamtschau die anstehenden Herausforderungen zu diskutieren und gangbare Lösungen zu entwickeln. Wir brauchen dringend Investitionen in die Qualifizierung für den Pflegeberuf und einen Neuzuschnitt der Aufgaben, die von Pflegefachpersonen wahrgenommen werden sollen. Die Umsetzung der Bildungsreform sowie der Pflegeberufereform sind existentiell für eine gute Pflege.

 

Umgehend brauchen wir eine sachgerechte Personalbemessung und wirksame Mittel gegen den Fachkräftemangel. Das sind bessere Arbeitsbedingungen, mehr Eigenverantwortung, mehr Mitarbeiter, eine bessere Bezahlung sowie ein besserer Qualifikationsmix.“

 

Ansprechpartner:

Franz Wagner
Präsident des Deutschen Pflegerats

 

Deutscher Pflegerat e.V. (DPR)

Bundesarbeitsgemeinschaft Pflege- und Hebammenwesen

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